Elternworkshop vom 20. Oktober 2015

Zu Beginn des Abends wurden die anwesenden Kursleiterinnen der Suchtprävention Aargau durch Janick Wisler begrüsst und vorgestellt. Da die Nachfrage am Workshop sehr hoch war, wurden die anwesenden Eltern vorgängig in 4 Gruppen aufgeteilt. Leider kamen von den 120 angemeldeten Eltern lediglich 70.

Unsere Gruppe durfte einen Film anschauen, welcher uns veranschaulichte, wie oft mit Kindern wiederholend gesprochen wird.  Auch wurde klar sichtbar, wie sich die Tonalität nach „10 mal sagen“ in Richtung anschreien verändern kann.

In diesem Workshop „muss ich alles 10x sagen“ wurde uns wieder einmal vor Augen geführt, dass auch die Kinder als gleichgestellte Gesprächspartner anerkannt werden möchten.

Die Kinder bewegen sich beim Spielen in einer anderen Welt, schalten alles um sich herum ab. So prallen die Forderungen der Eltern ab, wie beispielsweise: geh’ bitte Zähneputzen, gehe dein Fahrrad versorgen usw. Wenn wir von Kindern etwas möchten ist es unerlässlich, immer den klaren Blickkontakt zu haben.

Am späteren Abend hatte sich unsere Gruppe in drei weitere Untergruppen aufgeteilt. Dies um verschiedene Praxisbeispiele zu lösen. Für die Fallbeispiele wurde nur eine kurze Bearbeitungszeit  gewährt, um sich danach untereinander auszutauschen und Lösungsansätze zu notieren. Danach wurden die einzelnen Lösungen in der gesamten Gruppe vorgestellt und besprochen.

Es war ein sehr interessanter Abend. Obwohl das Thema „muss ich alles 10x sagen“ für niemanden neu war, erachte ich es als wichtig, von Zeit zu Zeit eine Auffrischung zu erhalten.

Warum vergessen wir bei unseren Kindern immer wieder den Blickkontakt, wenn wir etwas wichtiges von ihnen wollen? Nur bei direktem Blickkontakt erkennen die Kinder, wie wichtig uns das eben Gesagte ist. Versuchen wir doch alle mal etwas mehr die Nähe zum Kind zu achten und es nicht unangesehen anzuschreien. Hören wir doch etwas mehr und genauer unseren Kindern zu, wenn sie uns etwas erzählen. So verstehen wir auch besser und klarer, was sie uns sagen wollen. Nicht immer können Kinder das ausdrücken, was sie fühlen. Umso wichtiger ist die „non-verbale“ Kommunikation im Gespräch zwischen „Gross und Klein“ zu berücksichtigen. So wird alles plötzlich viel klarer.

Wie oft habe ich meiner Tochter gerufen, sie soll zum Essen kommen. Oftmals hat sie nicht reagiert oder einfach „ja, ja ich chume grad“ belanglos geantwortet. Legen wir doch mal den Kochlöffel beiseite und gehen persönlich ins Kinderzimmer, um das Kind anzusehen und es aufzufordern, zum  Essen zu kommen.  Sie haben das Gefühl, dass Sie dafür keine Zeit haben? Was geht denn schneller? Ihrem Kind 10 mal zuzurufen oder es einmal anzusehen?

Sonja Fritschi